Für ein Studium sind gute Sprachkenntnisse zentral. Doch welches Sprachniveau wird verlangt? Welche Sprachzertifikate werden anerkannt und wie können die Sprachkenntnisse verbessert werden?

  • Welches Sprachniveau brauche ich für ein Studium?

    Bereits für die Zulassung zu einem Bachelorstudium müssen je nach Hochschule und Studiengang ausreichende Sprachkenntnisse nachgewiesen werden. Welche Anforderungen gelten, ist unterschiedlich. Häufig wird ein Sprachniveau zwischen B2 und C1 verlangt.

    Für ein Studium an einer pädagogischen Hochschule gelten je nach Studiengang und Hochschule besondere Sprachanforderungen. Für Studiengänge zur Ausbildung als Lehrperson werden teilweise sehr gute Sprachkenntnisse bis zum Niveau C2 verlangt.

    Informieren Sie sich deshalb frühzeitig bei der gewünschten Hochschule, welches Sprachniveau für den gewählten Studiengang erforderlich ist.

    Neben guten Kenntnissen der Unterrichtssprache – beispielsweise Deutsch oder Französisch werden oft auch Grundkenntnisse in Englisch erwartet. In vielen Studienfächern müssen wissenschaftliche Texte auf Englisch gelesen und verstanden werden.

    Für die Zulassung zu einem Masterstudium wird je nach Hochschule und Studiengang kein Sprachzertifikat verlangt. Auch wenn kein formeller Sprachnachweis erforderlich ist, sind gute Sprachkenntnisse wichtig, um aktiv am Studium teilnehmen zu können. Häufig sind Kenntnisse auf dem Niveau B2 bis C1 erforderlich.

    Auf Masterstufe gibt es vermehrt Studiengänge, die ganz oder teilweise auf Englisch angeboten werden. Für die spätere Stellensuche in der Schweiz sind gute Kenntnisse mindestens einer Schweizer Landessprache jedoch häufig von grosser Bedeutung.

  • Welche Sprachzertifikate werden anerkannt?

    Wer seine bisherige Ausbildung nicht in der Unterrichtssprache absolviert hat, muss seine Sprachkenntnisse je nach Hochschule und Studiengang meistens mit einem anerkannten Sprachzertifikat nachweisen. Dabei werden in der Regel verschiedene Sprachkompetenzen geprüft, beispielsweise das Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen.

    Nicht alle Sprachzertifikate werden von Hochschulen anerkannt. Sprachkurse oder Kursbestätigungen von Sprachschulen wie z.B. der Migros Klubschule und vergleichbaren Sprachschulen reichen für die Zulassung häufig nicht aus. Informieren Sie sich deshalb bei der zuständigen Zulassungsstelle, welche Zertifikate anerkannt werden und welches Niveau beziehungsweise welches Prüfungsergebnis erforderlich ist.

    Einige Hochschulen bieten auch eigene Sprachtests an. Diese können eine Alternative zu externen Sprachprüfungen sein und sind oft günstiger.

    Folgende Sprachzertifikate werden von Schweizer Hochschulen häufig anerkannt:

    • Deutsch: Goethe-Zertifikat, telc, TestDaF (Test Deutsch als Fremdsprache), DSH, ÖSD
    • Französisch: DELF, DALF, TCF
    • Italienisch: CELI 3, CILS 2, PLIDA
    • Englisch: IELTS Academic, TOEFL, Cambridge C1 Advanced, Cambridge C2 Proficiency

     

    Wichtig: Welche Sprachzertifikate akzeptiert werden und welche Ergebnisse erforderlich sind, unterscheidet sich je nach Hochschule und Studiengang. Auch die Gültigkeitsdauer der Sprachzertifikate kann unterschiedlich geregelt sein. Viele Hochschulen akzeptieren Zertifikate nur, wenn sie nicht älter als zwei Jahre sind. Informieren Sie sich deshalb vor der Prüfung bei der Hochschule über die aktuellen Anforderungen.

  • Wo kann ich die Sprache besser lernen?

    In der Regel haben geflüchtete Personen das Anrecht auf Sprachförderung. Welche Möglichkeiten zur Sprachförderung bestehen und welche Angebote finanziert werden, hängt unter anderem vom Aufenthaltsstatus, Wohnkanton und der persönlichen Situation ab. Klären Sie deshalb zunächst mit der für Sie zuständigen fallführenden Stelle (Sozialarbeiter*in), welche Sprachkurse für Sie zur Verfügung stehen und finanziert werden.

    Wenn ein Sprachkurs über die Sozialhilfe oder eine andere zuständige Stelle finanziert wird, sollten Sie einen Kurswechsel oder Abbruch vorher mit der zuständigen Stelle besprechen.

    Wenn die Sozialhilfe keine weiteren Sprachkurse finanziert, können Sie sich auch selbst nach passenden Angeboten umsehen. Dabei gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten:

    Kurse von privaten Anbietern: Es gibt zahlreiche Sprachkurse mit unterschiedlichen Lernformen, Niveaus und Preisen. Intensivkurse ermöglichen häufig einen schnellen Lernfortschritt, sind aber meist teurer. Bei einigen Angeboten gibt es mit der Kulturlegi Vergünstigungen. Es lohnt sich, verschiedenen Angebote zu vergleichen und sich über Preise, Kursdauer, Niveau und Unterrichtsform zu informieren.

    Kostenlose oder günstige Sprachkurse: In vielen Orten gibt es kostenlose oder günstige Sprachkurse, die beispielsweise von Gemeinden oder Vereinen organisiert werden. Die Angebote eigenen sich gut, um die Sprachkenntnisse regelmässig anzuwenden und zu verbessern. Sie führen jedoch nicht immer systematisch zu einem bestimmten Sprachniveau. Die Kurse haben meistens viele Teilnehmende und die Leitenden sind oft Freiwillige und keine ausgebildeten Sprachlehrer*innen.  Für die Vorbereitung auf ein anerkanntes Sprachzertifikat kann deshalb ein geeigneter Vorbereitungskurs sinnvoll sein.

    Selbststudium und Sprachpraxis

    Ergänzend zu Sprachkursen ist das selbstständige Lernen wichtig. Regelmässiges Üben hilft dabei, neue Wörter und grammatikalische Strukturen zu lernen und das Gelernte zu festigen.

    Hierzu gibt es diverse Apps und Webseiten:

     

    Wichtig ist auch, die Sprache möglichst oft im Alltag zu praktizieren und mit anderen Menschen zu sprechen. Sprachlerntreffs und Sprachtandems bieten dafür gute Möglichkeiten.

    Ein Sprachtandem ist eine Lernpartnerschaft zwischen zwei Personen mit unterschiedlichen Muttersprachen. Beide Personen können dabei ihre eigene Sprache einbringen und gleichzeitig die Sprache der anderen Person lernen.

    Einen Sprachpartner oder eine Sprachpartnerin können Sie beispielsweise auf folgenden Wegen finden:

    • An der Hochschule: Fragen Sie beim Sprachenzentrum nach oder achten Sie auf Anschlagbretter und Informationen für Studierende.
    • In Bibliotheken: Viele Bibliotheken organisieren Sprachencafés oder andere Möglichkeiten zum gemeinsamen Sprachenlernen.
    • Über Online-Angebote: Zum Beispiel über Sprachtandem oder Tandems.

     

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